Das MBI begrüßt Heisenberg-Stipendiat Thomas Fennel

Prof. Thomas Fennel, Gruppenleiter am Institut für Physik der Universität Rostock, erhält das begehrte Heisenberg-Stipendium, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben wird. 

Prof. Thomas Fennel, Gruppenleiter am Institut für Physik der Universität Rostock, erhält das begehrte Heisenberg-Stipendium, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben wird. Ziel des Programms ist die Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern, die sich durch herausragende wissenschaftliche Leistungen auszeichnen und auf Professuren berufbar sind. Im Rahmen des bewilligten Stipendiums, für das offiziell bereits am 1. Januar 2017 der Startschuss fiel, unterstützt die DFG ein Forschungsprojekt zur theoretischen und experimentellen Untersuchung neuer Wege zur Analyse und Kontrolle ultraschneller elektronischer Vorgänge in Nanostrukturen. Die damit verknüpfte Forschung ist Gegenstand einer engen Kollaboration zwischen Fennels Team an der Universität Rostock und Wissenschaftlern der Abteilung A des Max-Born-Instituts für Kurzzeitspektroskopie und Nichtlineare Optik in Berlin, die von Prof. Marc Vrakking geleitet wird und an welcher Fennel nun als assoziierter Wissenschaftler wirkt. 

Die Forschungsarbeiten richten sich auf die aktive Modifikation und räumliche Abbildung ultraschneller korrelierter und kollektiver Elektronenbewegung in endlichen Systemen. Auf der einen Seite sollen Wege zur Kontrolle der Elektronendynamik in Clustern, Nanoteilchen und Flüssigkeitsstrahlen auf der Zeitskala einer optischen Periode mit Hilfe der konkreten Form des elektrischen Feldes von Lichtpulsen oder mit Mehrfarben-Pulsen erforscht werden. Andererseits soll die Elektronenbewegung mit Hilfe ultrakurzer Röntgenlaserblitze direkt sichtbar gemacht werden. Ziel ist es, die Technologie zur Charakterisierung der Attosekunden-Elektronendynamik in Nanoteilchen mittels kohärenter Einzelschuss-Röntgenbeugung weiterzuentwickeln und in Experimenten mit ultrakurzen XUV und Röntgenlaserpulsen aus Freie-Elektronen-Lasern und Laborquellen für hohe Harmonische einzusetzen. Schließlich sollen beide Ansätze verknüpft werden, um lichtinduzierte Elektronendynamik mit bislang unerreichter zeitlicher und räumlicher Auflösung verfolgen zu können und die Geheimnisse ihrer klassischen und quantenmechanischen Prozesse aufzudecken. Prof. Fennel ist ein ausgewiesener Experte auf den Gebieten numerische Vielteilchenphysik und ultraschnelle Nanophotonik. Seine derzeitigen Arbeiten zielen auf die Entwicklung atomistischer elektromagnetischer Plasmasimulationen unter Einbeziehung relevanter Quanteneffekte um den wissenschaftlichen Herausforderungen des Projektes zu begegnen. Im Namen aller Mitarbeiter und in Erwartung einer fruchtbaren Zusammenarbeit mit den lokalen experimentellen und theoretischen Gruppen heißt das Max-Born-Institut Prof. Fennel herzlich willkommen.